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Gesundheitswelt

5 Fragen an das Lern- und Bildungshaus: Wo Lernen in der Gesundheitswelt Zollikerberg Raum bekommt

10. September 2026

Was braucht es, damit Menschen im Gesundheitswesen gut lernen, ihr Wissen vertiefen und neue Fähigkeiten entwickeln können? Bei uns in der Gesundheitswelt gibt es dafür einen besonderen Ort: das Lern- und Bildungshaus.

Im Lern und Bildungshaus (LBH) wird gelernt, trainiert, ausprobiert und Wissen geteilt: Lernende und Studierende bereiten sich auf ihren Berufsalltag vor, Mitarbeitende erweitern ihre Kompetenzen, und Fachpersonen tauschen Erfahrungen aus. Doch was genau passiert im Lern- und Bildungshaus, wer lernt hier und was macht diesen Ort so besonders?

Wir nehmen Sie mit auf einen kurzen Rundgang und stellen das Lern- und Bildungshaus anhand von fünf Fragen vor. Auskunft geben uns Sabina Decurtins (Gesamtleiterin Lern- und Bildungshaus, Leiterin Fort- und Weiterbildung), Doris Albinger (Leiterin Ausbildung) und Amela Pasic (Bildungsverantwortliche).

Was ist das Lern- und Bildungshaus überhaupt?

Sabina Decurtins: Das Lern- und Bildungshaus ist ein Support-Bereich der Gesundheitswelt Zollikerberg mit 10 Mitarbeitenden. Wir sind zuständig für die Ausbildung sowie die Fort- und Weiterbildung und organisieren, koordinieren und verantworten Lehrgänge und Lernaktivitäten in unseren Betrieben.

Das Lern- und Bildungshaus ist aber auch eine Vision und überall dort zu finden, wo in unseren Betrieben gelernt wird: beispielsweise im Spital auf den Stationen in der praktischen Arbeit, in der Spitex bei der Ausbildung von Lernenden, in den Fachgruppen, in denen sich Fachpersonen austauschen, bei digitalen Lerneinheiten, welche Mitarbeitende selbständig durcharbeiten, bei interprofessionellen Fallbesprechungen und in den Fortbildungsveranstaltungen. Kontinuierliches Lernen im Arbeitsalltag ist aus unserer Sicht wichtig, damit wir eine exzellente Qualität in unseren Dienstleistungen erbringen können. Zudem möchten wir einen aktiven Beitrag zur Ausbildung von Fachkräften für die Zukunft leisten.

Mit der Lernwerkstatt stellen wir zudem Räume zur Verfügung, in denen abseits des Arbeitsalltags gelernt werden kann. Einige davon sind wie Patientenzimmer eingerichtet und können genutzt werden, um Praxissituationen zu üben. Das ermöglicht Lernen und Üben in einem geschützten Rahmen.

Wer lernt hier – und wer kann das Lern- und Bildungshaus nutzen?

Doris Albinger: Lernen ist nicht auf Lernende und Studierende beschränkt. Das Lern- und Bildungshaus richtet sich an Mitarbeitende, Berufsbildner:innen, Lernende, Studierende, Fachpersonen, Teams und Führungskräfte – unabhängig von Berufsgruppe oder Funktion.

Berufsbildner:innen etwa nutzen die Lernwerkstatt, um mit Lernenden und Studierenden gezielt Handlungen und Abläufe pflegerischer Tätigkeiten zu üben, zu trainieren und zu reflektieren.

Sabina Decurtins: Alle lernen im Lern- und Bildungshaus. Zudem beraten wir Teams, wie sie Lernangebote gestalten können, die zum Beispiel das Lernen in der Praxis fördern. Und wir bringen Fachpersonen zusammen, die dieses Lernen ermöglichen.

Amela Pasic: Das Lern- und Bildungshaus ist ein Lern- und Begegnungsort für Lernende, Studierende sowie Berufsbildner:innen. Auch Mitarbeitende nutzen die Räume und Angebote als Kursteilnehmende, ebenso weitere Fachpersonen im Rahmen von Fort- und Weiterbildungen.

Wie sieht Lernen im Lern- und Bildungshaus konkret aus?

Doris Albinger: Lernen hat viele Formen. Es findet im konventionellen Setting statt, etwa in Schulungen oder Kursen, ebenso in Workshops, Projekten, Praxisbegleitungen und Intervisionen. Dabei legen wir Wert auf eine Verbindung zwischen Lernen, Arbeiten und Entwickeln. Im Mittelpunkt steht eine Lernkultur, die selbstorganisiertes, kompetenzorientiertes und kooperatives Lernen fördert und fordert.

Sabina Decurtins: Für mich muss das Lernen im Lern- und Bildungshaus praxisnah und zeitgemäss sein, Freude machen und ohne Angst geschehen. Auch das eigene Erleben ist dabei ein wichtiger Aspekt: Oft entdecken Teilnehmende miteinander oder im Austausch mit betroffenen Personen, welche Aspekte eines Themas wichtig sind, wenn verschiedene Erfahrungen und Perspektiven zusammenkommen.

Wir fördern das Lernen generell, etwa in Fortbildungen, E-Learnings und weiteren Lernformen, indem wir moderne pädagogisch-didaktische Lernmethoden einsetzen.

Was macht das Lern- und Bildungshaus zu einem besonderen Ort in der Gesundheitswelt Zollikerberg?

Sabina Decurtins: In unserer Gesundheitswelt und der Stiftung Diakoniewerk Neumünster-Schweizerische Pflegerinnenschule hat das Lernen schon immer Tradition gehabt. Bereits 1901 wurde die Schweizerische Pflegerinnenschule («Pflegi») gegründet und ermöglichte Frauen erstmals eine anerkannte Ausbildung in der Pflege. 1998 fusionierte die Pflegi dann mit der Stiftung Diakoniewerk Neumünster. Auch das Diakoniewerk führte es eine sehr anerkannte Schule für Pflegefachpersonen. Mit dem Lern- und Bildungshaus führen wir diesen Pionierinnengeist und diese lange Tradition von Lernen in moderner Form für alle Mitarbeitenden weiter.

Unsere Vision vom Lern- und Bildungshaus setzt darauf, dass Lernen in unseren Betrieben heute einen hohen Stellenwert hat – aber nicht als Selbstzweck, sondern wirksam im täglichen Handeln. Das macht das Lern- und Bildungshaus zu einem besonderen Ort.

Amela Pasic: Das Lern- und Bildungshaus ist mehr als nur ein Ort zum Lernen. Hier treffen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Ideen und Perspektiven aufeinander. Es wird gelernt, ausprobiert, diskutiert und Wissen miteinander geteilt. Dabei entstehen manchmal auch neue Sichtweisen, die man für den eigenen Berufsalltag mitnehmen kann.

Was nehmen Menschen aus ihrer Zeit im Lern- und Bildungshaus konkret mit? 

Sabina Decurtins: Ich freue mich, wenn Mitarbeitende sehen, was sie bei uns gelernt haben, und es nun in ihrem Praxisalltag umsetzen können. Bei jungen Menschen, die bei uns ihre Ausbildung oder Weiterbildung absolviert haben, beeindruckt mich immer wieder, wie sie im Laufe der Zeit zu professionellen Berufsleuten werden. Schön ist, wenn ein positives Gefühl zurückbleibt, zum Beispiel durch das Zutrauen, das ihnen von den Berufsbildenden entgegengebracht wurde. Das stärkt sie für ihren weiteren Weg im Beruf. Wenn Lernen positiv erlebt wird, hört die persönliche Entwicklung nie auf, und es motiviert, weiter dranzubleiben.

Amela Pasic: Es bleiben neue Erfahrungen, erworbene und gestärkte Kompetenzen sowie Begegnungen mit anderen Menschen. Und hoffentlich auch der Wunsch, wiederzukommen und weiterzulernen.

Was wünschen Sie sich, wenn Menschen das Lern- und Bildungshaus verlassen?

Sabina Decurtins: Ich freue mich, wenn Menschen ihre Stärken erkennen und wissen, wie sie ihre Herausforderungen angehen können. Wir haben im Gesundheitswesen verantwortungsvolle Berufe, zu denen lebenslanges Lernen selbstverständlich dazugehört. Wenn Mitarbeitende ihre Neugier behalten und auch das Streben, gute Arbeit im Team zu leisten, dann haben wir unsere Vision erreicht. Umso schöner ist es, wenn sie aus diesem guten Erleben heraus gerne in unsere Betriebe zurückkommen.

Amela Pasic: Ich wünsche mir, dass Lernende und Studierende gestärkt und mit neuen Ideen hinausgehen, dass sie Lernen positiv erleben und mitnehmen, dass Lernen überall stattfinden kann und dass das Lern- und Bildungshaus ein Ort ist, an den sie gerne zurückkommen.

Doris Albinger: Ich wünsche mir, dass Lernende und Studierende die Motivation und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten verspüren, etwas Neues auszuprobieren oder weiterzuentwickeln. Sie sollen erkennen, dass sie ihr Lernen und ihre persönliche Entwicklung aktiv mitgestalten können.

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